
UDO BUTTER & DAS TEAM
Blumen & Bengalos
Mitten im durchgentrifizierten Berlin trommelt Udo B. 2021 ein Kollektiv zusammen, das sich nicht weniger vorgenommen hat, als der gemütlichen kapitalistischen Verwertungslogik den Stecker zu
ziehen. Was zunächst wie eine lose Hommage an die instrumentale Lässigkeit von Sublime beginnt, entwickelt schnell eine eigene Handschrift: inspiriert von Antifa, Rap, Ska und
Mittelfinger-Habitus bekommt das Ganze mit Keyboard, Gebläse und ordentlich Attitüde eine schillernde, eigenwillige Note.
Das Ergebnis ist eine wütende, wache und rotzfreche Spielart von Ska, die sich selbst nicht zu ernst nimmt, aber ihre Botschaft umso klarer raushaut. Tanzbar ist das allemal – aber eben auch
bewusst unangepasst, irgendwo zwischen Straßenkante und politischem Stammtischabriss.
„Blumen & Bengalos“ funktioniert wie ein freundlicher Schlag ins Gesicht: erst der provokante Mittelfinger für alle, die sich von „Zeckenmucke“ triggern lassen, dann überraschend die
ausgestreckte Hand. Zwischen Ironie und Ernst blitzt immer wieder der Wunsch nach kollektiver Verbesserung durch – ohne Pathos, dafür mit Haltung.
Musikalisch bewegt sich das Team irgendwo im Spannungsfeld aus Offbeat-Lässigkeit, Berliner Schnauze und einer guten Portion Wahnsinn. Oder anders gesagt: Das hier ist vermutlich genau das, was
liberale Steuerzahler heimlich feiern und BWL-Studierende sich gerade noch erklären können.
Ein Soundtrack für alle, die gleichzeitig tanzen, meckern und die Welt ein kleines bisschen besser machen wollen mit Kippe im Maul und Seitenhiebe.
