
USERS
Welcome to Civilisation
Spektakel
Das Debüt von USERS ist ein Aufprall. Welcome to Civilisation versammelt zehn Tracks, die Kapitalismus, kollektive Ohnmacht, Liebe und den Gedanken von Gemeinschaft nicht nur verhandeln,
sondern regelrecht auseinanderreißen.
Schon der Opener „Gentrification“ schlägt wie ein Fausthieb ein: kaputt, nervös, verstörend. Eine Soundwand, die an IDLES erinnert – aber mit noch schärferem Beißreflex. Laut, dreckig,
ungeschliffen. Hier wird nichts geglättet, nichts versöhnt.
Das ist kein musikalisches Kuschelambiente, sondern ein fiebriger, drängender Ausnahmezustand.
USERS spielen Punk, als würde er gerade erst erfunden: zerfasert, wuchtig, unberechenbar. Hinter dem Lärm liegt jedoch etwas Offenes, fast schon Zartes. Wut ist hier kein Selbstzweck, sondern
Ventil – und Verbindung zugleich.
Der dänischen Band geht es nicht um Pose oder Ego. „Es geht nicht um uns als Einzelne, sondern um das, was wir gemeinsam aufbauen“, sagt Gitarrist Esbjørn. Und genau darin liegt die Kraft dieses
Albums: im kollektiven Aushalten. Wut, Trauer, Verantwortung – nicht isoliert, sondern geteilt.
Welcome to Civilisation lebt von dieser Spannung: Liebe und Zorn, Konfrontation und Zusammenhalt. Die Songs schlagen um sich, aber sie greifen auch aus – nach Nähe, nach Bedeutung, nach einem
„Wir“, das mehr ist als die Summe seiner Teile.
Das ist Punk, der nicht nur Krach macht, sondern etwas riskiert.
