
THE CALM GREY
In Between Sadness LP/CD
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Ein Jahr voller Schmerz und plötzlichen persönlichen Verlusten. Kein Wunder also, dass dieses Thema die Songs vom Album „In Between Sadness“ bereits im Titel über das Cover bis hin zu den Texten
wie ein roter Faden durchzieht.
Langsam in eine Phase der Akzeptanz zu kommen, auch wenn es nur manchmal gelingt, ist dabei kein kleiner Schritt. Akzeptanz bedeutet in solchen Kontexten selten, dass es „okay“ ist oder dass der
Schmerz vorbei wäre, sondern eher, dass ein Teil von dir nicht mehr ständig gegen die Realität ankämpft.
Dass es Momente gibt, in denen das Geschehene als Teil der eigenen Lebensgeschichte da sein darf, ohne sofort alles zu überfluten. Gerade nach mehrfachen Verlusten hintereinander kann es auch
sein, dass sich das innere Erleben verändert: starke Freude wirkt plötzlich fragiler, schöne Momente werden manchmal von einer Art Vorsicht begleitet, weil das Nervensystem gelernt hat, wie
schnell sich Zustände radikal ändern können. Dass jetzt wieder mehr Raum für etwas anderes entsteht als nur der reine Schock, ist oft ein Zeichen dafür, dass sich langsam wieder eine innere
Ordnung bildet – ohne dass das Vergangene dadurch weniger bleibt.
Und wie lässt sich all das besser verarbeiten und ausdrücken, als mit und durch Musik. Rio Black (Vocals & Lyrics) und Mirco Rappsilber (Instruments & Songwriting) erschaffen eine
dichte Synth-Wave-Klangkulisse, in der „Hard Beat“ pulsierend wie fallende Tropfen durch die Dunkelheit treibt, während „Last Year“ melancholisch und tagträumerisch vorbeischwebt. Mit „Sadness“
dringt schließlich eine bedrückende Friedhofskapellen-Atmosphäre ein, die den Verlust beinahe körperlich spürbar macht. „Effect Z“ wirkt dabei wie der Versuch, sich trotz aller Schwere noch
einmal auf die Tanzfläche zu schleppen, um Schmerz und Trauer nicht zu verdrängen, sondern gemeinsam auszuhalten und zuzulassen.
