
The Lovebites
Tear Up Tear Down LP
Monster Zero
Manchmal braucht guter Pop-Punk nicht mehr als drei Akkorde, ein paar eingängige Melodien und die richtige Einstellung. The Lovebites aus Nürnberg haben das verstanden. Ihr Debütalbum Tear Up
Tear Down klingt nicht nach überproduzierter Hochglanzware, sondern nach verschwitzten Proberäumen, warmen Sommerabenden und dem unbedingten Wunsch, einfach loszulegen.
Die Songs rumpeln sympathisch vor sich hin, ohne jemals schlampig zu wirken. Statt Perfektion setzen The Lovebites auf Charme, Spielfreude und eine ansteckende Unmittelbarkeit. Die Melodien
sitzen, die Refrains laden zum Mitsingen ein und die Gitarren treiben die Stücke mit einer angenehmen Portion Rotzigkeit voran. Das Ganze weht locker und unbeschwert daher wie der Soundtrack zum
persönlichen Sommer – egal, ob draußen die Sonne scheint oder nicht.
Dabei erinnern The Lovebites immer wieder an die ungestüme Energie klassischer Pop-Punk-Bands, ohne sich in Nostalgie zu verlieren. Ihre Songs flippen roh und simpel los wie eine ausgelassene
Kissenschlacht mit den Fastbacks als musikalischer Begleitung: wild, herzlich, leicht chaotisch und vor allem voller Lebensfreude. Große Gesten oder tiefschürfende Konzepte sucht man hier
vergeblich. Stattdessen gibt es ehrliche Songs, die direkt ins Ohr und in die Beine gehen.
Tear Up Tear Down ist ein Debüt, das genau das liefert, was guter Pop-Punk können sollte: kurze Fluchten aus dem Alltag, verpackt in knackige Melodien und eine gehörige Portion guter Laune. Nicht
revolutionär, aber verdammt sympathisch – und gerade deshalb ein Album, das man diesen Sommer gerne öfter auflegt oder auf die To-Do List packt.
