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PORNSCARS - Victimless Crimes...

PORNSCARS - Victimless Crimes... LP
PORNSCARS - Victimless Crimes... LP

PORNSCARS

Victimless Crimes... LP
Smith & Miller Records
Der Nihilismus der Negation zieht sich wie ein rostiger Stacheldraht durch die zwölf Songs von PORNSCARS. Victimless Crimes... klingt, als hätten sich die letzten vier Jahrzehnte amerikanischer Hardcore- und Punkgeschichte in einem feuchten Proberaum eingeschlossen und beschlossen, sämtliche Illusionen von Fortschritt, Vernunft und gesellschaftlichem Zusammenhalt endgültig zu entsorgen. Der Sound ist roh, ungehobelt und angenehm schmutzig Mit rauer Kehle und deutlicher BLACK-FLAG-Affinität, besonders im furiosen „Phantom Limbs“, sezieren PORNSCARS die Abgründe unter der zivilisierten Oberfläche:

Paranoia, Gewaltfantasien, verzerrte Wahrnehmungen und die erschreckend kurze Distanz zwischen Individuum und Mob. Dabei blitzen immer wieder die Geister von SUBHUMANS, MINUTEMEN und DEAD KENNEDYS durch die Ritzen der Verstärkerwände. „Hate Mail“ überrascht mit funky Bassläufen, die dem Ganzen eine nervöse, fast tanzbare Note verleihen, ohne die latente Bedrohung zu entschärfen.
Besonders eindrucksvoll gerät „Party In Prison“: zäh, repetitiv und schwer verdaulich, als würde ein Kaugummi aus Beton zwischen den Zähnen kleben. Der Song steigert sich von unterschwelliger Spannung zu einer Mischung aus Ekstase und Eskalation, die jederzeit in Gewalt umschlagen könnte. Genau dort liegt die Stärke des Albums: PORNSCARS liefern keine Lösungen, keine Hoffnungsschimmer und keine moralischen Auswege. Stattdessen dokumentieren sie den fortschreitenden Zerfall mit bissigem Sarkasmus, Hardcore-Wucht und Punkrock-Attitüde. Zwölf Songs, die den Dreck unter den Fingernägeln dem polierten Zeitgeist vorziehen – unbequem, lärmend und erfreulich kompromisslos.


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