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This Volume Junk - Unbound

This Volume Junk - Unbound CD
This Volume Junk - Unbound CD

This Volume Junk

Unbound CD
Die italienische Underground-Szene hat seit jeher ein Faible für sperrige Gitarren, düstere Melodien und einen gesunden Hang zum Chaos. Genau dort setzt dieses Album an. Zwischen Post-Punk, fuzzgetränktem Garagenrock und rotzigem Punk entfaltet die Band einen Sound, der ebenso ungestüm wie mitreißend ist. Nichts wirkt geschniegelt oder kalkuliert – hier regieren schrammelnde Gitarren, treibende Rhythmen und eine raue Produktion, die den Songs genau die richtige Portion Dreck verpasst.

Schon der Opener macht klar, dass Eingängigkeit und Widerspenstigkeit kein Widerspruch sein müssen. Mal peitschen die Stücke mit punkiger Direktheit nach vorne, mal versinken sie in den dunklen, hypnotischen Grooves des Post-Punk, bevor plötzlich eine Wand aus Fuzz alles unter sich begräbt. Dabei erinnert die Band gleichermaßen an den italienischen Underground wie an britische Post-Punk-Größen und amerikanischen Garage Rock, ohne jemals wie eine bloße Kopie zu klingen.
Auch textlich passt die Musik perfekt zum Gesamteindruck. Die italienischen Lyrics wirken wie ein fiebriger Gedankenstrom aus Alltagsbeobachtungen, absurden Bildern und unterschwelliger Verzweiflung. Immer wieder tauchen Motive von Überforderung, Entfremdung und den kleinen Katastrophen des Lebens auf. Wenn der Sänger mehrfach beteuert: „Ich habe auf einer Party eine Vase zerbrochen – das war keine Absicht, entschuldige“, wird daraus weit mehr als eine beiläufige Anekdote. Es ist das Bild eines Menschen, der sich ständig für seine Existenz rechtfertigt, obwohl er niemandem bewusst schaden wollte.
Musikalisch lebt die Platte von ihren Gegensätzen. Die Gitarren kreischen und sägen sich durch die Songs, der Bass hält stoisch alles zusammen, während das Schlagzeug unermüdlich nach vorne treibt. Dazwischen entstehen immer wieder kleine melodische Inseln, die den Lärm nicht entschärfen, sondern ihm zusätzliche Tiefe verleihen. Gerade dieser ständige Wechsel zwischen Melodie und Krach, Kontrolle und Kontrollverlust macht den Reiz der Songs aus.
Das Album atmet den Geist verschwitzter Kellerclubs, improvisierter DIY-Konzerte und übersteuerter Verstärker. Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Haltung. Um Musik, die Ecken und Kanten besitzt und ihre Fehler nicht versteckt, sondern zum Teil ihrer Identität macht.
Fazit: Diese Platte ist ein herrlich ruppiger Brocken italienischer Underground-Kultur. Post-Punk, Garage Rock, Fuzz und Punk verschmelzen zu einem intensiven, authentischen Soundtrack für alle, die lieber Reibung als Hochglanz suchen. Roh, laut, schmutzig und voller Charakter – genau so muss moderner DIY-Punk klingen.


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