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KACKBRATZE - Blaues Wunder

KACKBRATZE - Blaues Wunder EP
KACKBRATZE - Blaues Wunder EP

KACKBRATZE

Blaues Wunder EP
Abbruch Records
Blau auf dem Bau und danach direkt ab ins Blaue: KACKBRATZE bleiben auch auf ihrer zweiten EP ihrer Linie treu und liefern vier Songs voller Fun-Punk, Tresenromantik und Feierabend-Eskapismus. Musikalisch pendelt das Quartett zwischen der rotzigen Eingängigkeit von STUNDE X und LUSTFINGER, lockeren Ska-Einschüben und einer ordentlichen Portion Rock'n'Roll. Anspruchsvoll muss hier nichts sein – Hauptsache, das Bier ist kalt und der Refrain sitzt.

Schon „Fußpils“ macht unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Zwischen schrammelnden Gitarren und fröhlichem Offbeat geht es direkt an den Tresen, wo sich Gerstensaft und gute Laune gegenseitig befeuern. Die Melodien bleiben sofort hängen, die „Nanananana“-Chöre laden selbst den letzten Nüchternen zum Mitgrölen ein.
Mit „Pfeffi“ folgt die grüne Konsequenz. Der Kultlikör wird hier nicht nur besungen, sondern beinahe zur Religion erhoben. Die Reime sind bewusst simpel gehalten – genau so simpel, dass sie in der Kita zwar besser nicht, in jeder Kneipe oder auf jedem Dorffest aber garantiert funktionieren. Das ist kein lyrischer Hochgenuss, sondern Mitmach-Punk für alle, die lieber das Glas als den Zeigefinger heben.
Dass KACKBRATZE auch einen kleinen Seitenhieb beherrschen, zeigt „Falsche Freunde“. Zwischen all der Feierlaune blitzt ein Hauch Ernst auf, wenn es um Menschen geht, die nur auftauchen, solange die Kasse stimmt oder der Kühlschrank gefüllt ist. Tiefgründig wird es trotzdem nicht – dafür sorgt schon das ungebremste Tempo.
Den Abschluss bildet „Nie wieder Alkohol“, jener klassische Punk-Widerspruch, bei dem bereits nach den ersten Takten klar ist, dass das Versprechen keine zwei Minuten halten wird. Augenzwinkernd, selbstironisch und mit genügend Restalkohol im Tank steuert die Band auf den nächsten Refrain zu, den man spätestens beim zweiten Durchlauf mitgrölt.
Blaues Wunder will weder die Welt verändern noch das Punk-Genre neu definieren. Die EP funktioniert wie ein feuchtfröhlicher Abend mit guten Freunden: laut, unkompliziert, manchmal albern und am nächsten Morgen vermutlich mit Kopfschmerzen verbunden. Wer auf singbare Fun-Punk-Hymne und jede Menge Kneipencharme steht, bekommt hier genau das geliefert – und vermutlich noch einen Pfeffi obendrauf.


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