
THE SOMETHING AIN'T RIGHTS
Rotten in the Brain EP
Yippie-yeah Schweinebacke! Country-Punk ist so eine Sache: Zwischen kerniger Authentizität und peinlicher Cowboy-Folklore liegt oft nur ein schmaler Grat. THE SOMETHING AIN'T RIGHTS aus Oregon,
Portland, schaffen das Kunststück, nicht auf einer der beiden Seiten herunterzufallen. Stattdessen verbinden sie staubigen Country-Twang mit drahtigem Punkrock, Post-Punk-Nervosität und einer
gehörigen Portion rotzigem Rock'n'Roll.
Bereits der Opener und Titeltrack macht klar, wohin die Reise geht. „Rotten in the Brain“ und „Plymouth of Fury“ drücken aufs Gaspedal, ohne in stumpfes Hardcore-Gebolze abzurutschen.
Die Songs leben von Tempo, trockenem Humor und einer unterschwelligen Wut, die sich eher in bissigen Kommentaren als in erhobenen Fäusten entlädt. Auf der anderen Seite stehen Stücke wie „Gas
Station Angel“ oder „Rainbow Alley“, die den Horizont erweitern. Hier riecht es nach Benzin, staubigen Highways und heruntergekommenen Kleinstädten – Americana, allerdings aus der Perspektive der
Außenseiter*innen und nicht der Tourismusbroschüre.
Dass das funktioniert, liegt an den unterschiedlichen Wurzeln der Musiker. Texas-Punk, minimalistischer Post-Punk und Westcoast-Hardcore verschmelzen zu einem Sound, der erstaunlich organisch
wirkt. Die Gitarren bleiben kantig, der Bass hält den Laden zusammen und das lebendige, manchmal fast swingende Schlagzeug sorgt dafür, dass die Songs ständig in Bewegung bleiben. Nichts klingt
geschniegelt oder geschniegelt-retro, sondern ehrlich erspielt.
Rotten in the Brain ist keine Revolution und will auch gar keine sein. Die EP lebt von Spielfreude, glaubwürdigem Songwriting und dem Gespür, Punkrock mit Country-Einflüssen zu verbinden, ohne in
Nostalgie oder Klischees abzurutschen. Ein starkes Debüt zwischen Spelunke, Highway und DIY-Keller – rau, sympathisch und mit genügend Dreck unter den Fingernägeln, um im Gedächtnis zu bleiben.
