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"Stalleinbrüche" von TierrechtlinerInnen

Kürzlich unterstellte FDP-Sprecher Gero Hocker Tierschützern die Manipulation von gedrehtem Material. Dies träfe "in 99 Prozent der Fälle" zu.

Belegen konnte die FDP dies allerdings nicht. Mitte Juni brachte die FDP-Fraktion zudem einen Antrag in den Bundestag ein, mit dem sie beteiligten Vereinen die Gemeinnützigkeit aberkennen will.

"Klientelpolitik für die Intensivtierhalter"

Während Abgeordnete der CDU/CSU und der AFD dies mehrheitlich unterstützten, werfen Abgeordnete von SPD, Linken und Grünen der FDP vor, Tierrechtler einschüchtern und kriminalisieren zu wollen und verwiesen auf die Gerichtsurteile, die das Eindringen in Ställe zur Dokumentation der Zustände als gerechtfertigt bewerten. Die Linken-Politikerin Amira Mohamed Ali warf der FDP "Klientelpolitik für die Intensivtierhalter" vor und die frühere Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) bezeichnete den FDP-Antrag als plumpen Versuch, "massenhaft Tierquälerei zu verteidigen".

Umfrage: Mehrheit für Undercover-Recherchen

Währenddessen belegt eine Emnid-Umfrage, dass 82 Prozent der Befragten Undercover-Recherchen und stärkere Tierschutzkontrollen befürworten. Passend dazu veröffentlichte die Zeit-Online gleich zwei hochinteressante Beiträge. In einem Interview erklärt der Strafrechtler Jens Bülte, warum Tierquälerei so selten bestraft wird. Zur Diskussion um die Undercover-Recherchen stellt auch er die Frage: "Sollen hier wirklich Landwirte vor kriminellen Tierschützern geschützt werden, oder eher kriminelle Agrarunternehmer vor Tierschützern?" In dem Artikel "Arme Schweine" wird die schwierige Arbeit von Amtstierärzten thematisiert. Es kommt immer wieder vor, dass diese beim Aufdecken von Missständen angefeindet, bedroht und kaltgestellt werden.

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