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„Werft unsere Geschichte nicht weg!“

Bewegungsarchiv startet Crowdfunding-Kampagne

Von Oktober bis Dezember 2019 findet eine Crowdfunding-Kampagne des Projektes „das tierbefreiungsarchiv“ statt, die die Archivarbeit für die nächsten zwei Jahre absichern soll. Um die Zeitzeugnisse der Tierbewegungen weiterhin erhalten und aufarbeiten zu können, ist das Archivteam auf die Unterstützung von vielen Menschen angewiesen.

Das Bewegungsarchiv „das tierbefreiungsarchiv“ ist ein Projekt für die Tierbewegungen und die Vegan-Szene. Es wurde vor etwa sechs Jahren von Aktivist*innen aus der Tierbefreiungsbewegung gegründet und ist seitdem in Döbeln (Sachsen) zu finden. Mittlerweile ist es der einzige Ort in Deutschland, an dem verschiedenste Zeitzeugnisse der Bewegungen (oder zumindest des deutschsprachigen Teils) gesammelt und archiviert werden. Dazu zählen nicht nur Magazine und Zeitschriften, sondern auch allerlei Broschüren, Flyer, Flugblätter, Sticker und Plakate. Der Nachlass der 2011 verstorbenen Soziologin Birgit Mütherich sowie die Akten des Politischen Arbeitskreises für Tierrechte (PAKT) werden hier ebenfalls verwaltet.

Zudem ist eine Fachbibliothek mit mittlerweile über 300 Büchern an das Archivprojekt angegliedert. Auch thematisch ist das Archiv breit aufgestellt: Alte Tierschutzdokumente werden ebenso gesammelt wie Veröffentlichungen aus der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung, aus den Human-Animal Studies und aus der Vegan-Szene. Ziel des Projektes ist es, „die Geschichte für die Zukunft sowie für Forschung und Journalismus zu erhalten und sie interessierten Menschen zur Verfügung zu stellen“, wie Tom verrät. Tom ist einer der Ehrenamtlichen im Projekt und war seit Beginn am Aufbau des Archivs beteiligt. Seit 2018 bekommt er für einen Teil seiner Arbeit ein Honorar vom Verein die tierbefreier e.V. gezahlt. „Die Zeitzeugnisse sollen auch der Selbstreflexion innerhalb der Bewegungen dienen und zeigen, dass viele der heutigen Debatten über Theorien und Aktionsformen bereits vor Jahren oder gar Jahrzehnten geführt wurden“ ergänzt Uli, eine weitere Aktivistin im Archivteam. Sie kümmert sich ehrenamtlich vor allem um die Bibliothek. Wegen dieser Ziele und Möglichkeiten ist es der Gruppe auch so wichtig, dass die Zeitzeugnisse aus den vergangenen Jahrzehnten nicht verlorengehen.
Um die regelmäßige Arbeit im Archiv auch weiterhin und unabhängiger von Institutionen und Firmen sicherzustellen, hofft das Archivteam nun auf finanzielle Unterstützung aus den Bewegungen. Dafür startet das tierbefreiungsarchiv im Oktober eine Crowdfunding-Kampagne, die bis Dezember laufen wird. Mit dem gesammelten Geld sollen die Raummieten und eine Honorarstelle für die nächsten zwei Jahre finanziert werden. Auch für Arbeitsmaterialien wird Geld gesammelt, da die benötigten Archivmappen und -boxen aus speziellem, säurefreiem Material sehr teuer sind. Um die angestrebte Summe von 20.000 € im Rahmen der Crowdfunding-Kampagne zu erreichen, hoffen die jungen Archivar*innen auf Spenden aus Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegungen sowie der Vegan-Szene. Wer dieses Projekt mit einer Spende unterstützen möchte, findet auf dem Blog und der Facebook-Seite des Archivs weitere Informationen zum aktuellen Stand der Crowdfunding-Kampagne: tierbefreiungsarchiv.de und facebook.com/tbarchiv.
Neben der finanziellen Unterstützung freut sich das tierbefreiungsarchiv zudem über Sachspenden in Form von Zeitzeugnissen der Bewegungen oder Arbeitsmaterialien. Wer Bücher und andere Dokumente aus den Themenbereichen Tierrechte, Tierbefreiung, Veganismus und Human-Animal Studies oder Arbeitsmaterialien abzugeben hat, kann das Archiv kontaktieren und erhält dann weitere Informationen.

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