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Gewalt gegen Tiere

Gewalt gegen Tiere
Gewalt gegen Tiere

Gewalt gegen Tiere
Band 1 der Reihe
ARGOS – historische und archäologische Tierstudien
herausgegeben von Daniel Lau
broschiert, 265 Seiten, mit s/w Illustrationen; 39,00 €
ISBN 978-3-948157-07-4

www.animot-verlag.de
Inhalt: Der vorliegende erste Band der Reihe Argos – historische & archäologische Tierstudien setzt sich mit einem in den Geschichtswissenschaften und archäologischen Disziplinen bislang kaum berücksichtigten Thema auseinander: Der Gewalt gegen Tiere.

Die 13 Beiträge in diesem Sammelband sind chronologisch geordnet, wenngleich sich Überschneidungen oder Rückgriffe nicht vermeiden ließen. Sie erstrecken sich vom frühen 21. Jahrhundert bis in prähistorische Zeiten. Der geografische Raum, der dabei durchmessen wird, ist überwiegend auf Europa konzentriert, insbesondere auf den deutschsprachigen Raum, jedoch nicht nur und greift bis in den Vorderen Orient und nach Indien aus.

Gesamteindruck:

Die spezifischen Impulse der Human-Animal Studies auf gegenwärtige  rechtliche Diskurse und ihre Perspektiven für die Rechtswissenschaft wurden erst vereinzelt und vor allem in der englischsprachigen Literatur  thematisiert. Der vorliegende Band 1 vermengt deutschsprachige und englischsprachige wissenschaftliche Forschungsarbeiten zum Thema.
Im Vorwort bekräftigt Herausgeber Daniel Lau, dass Gewalt an und gegen Tiere neben individueller/personeller Aggression auch mit einer strukturellen Gewalt berücksichtigt werden muss. Obwohl Gewalthandlungen an Tieren alltäglich und in den verschiedensten Bereichen stattfinden und Tiere in vielfältiger Weise und in großer Zahl zu Opfern von Gewalt werden, ist es bisher unüblich, von Gewalt an Tieren zu sprechen. Gewalt gegen Tiere wird vor allem im Rahmen der Nahrungsmittelproduktion und der Tierversuche angewendet. Opfer privater Gewalt sind zumeist Haustiere, während die Opfer der institutionalisierten Gewalt als sogenannte Nutz- oder Versuchstiere klassifiziert sind. Der vorliegende Band zeigt auch Formen und Praktiken der Gewalt an Tieren (am Fallbeispiel filmischer Gewalt: Earthlings; 5 bildliche Darstellungen von historischen Funden). Da es sich bei dieser Gewalt an Tieren zumeist nicht um Einzelhandlungen, sondern um ein komplexes Kontinuum systematischer und alltäglicher Gewalt handelt, sind beinahe alle Menschen durch Konsum, Tradition, gesellschaftliche Werte- und Normkultur, gewalttätige Praxis oder ideelle Unterstützung in den Gewaltzusammenhang involviert. Sport und Unterhaltung, Zoo, Jagd, Nahrung/Konsum, Sexualität: Die Formen und Ausübungen/Akzeptanz von Gewalt gegen Tiere sind in den Denk- und Handlungsstrukturen seit der Antike etabliert. Die Schriftenreihe offenbart viele Belege, Zitate, Darstellungen, die die Gewalt an Tiere beschreibt, legitimiert und rationalisiert. Das zeigt die unterschiedlichen Legitimationsideologien, welche die Gewalt an Tieren rechtfertigen und die sich je nach Akteur*in und Kontext stark unterscheiden können, wobei sich einige Elemente identifizieren lassen, die besonders oft zur Anwendung kommen. Zu diesen Elementen gehören zum Beispiel die Verweise, die Gewalt an Tieren sei eine unveränderbare historische Konstante und somit naturgegeben.
Von den Möglichkeiten der Erforschung tierbezogener Gewaltphänomene könnte überdies auch die Untersuchung zwischenmenschlicher Gewaltformen profitieren – etwa im Zusammenhang mit der Animalisierung des Opfers als Legitimationsstrategie für Gewalthandlungen. Die Einbeziehung einer historischen oder internationalen Vergleichsdimension sowie transnationaler Rahmenbedingungen erscheint überdies für eine tiefergehende Analyse insbesondere von institutionalisierter/struktureller Gewalt an Tieren geboten.

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