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Know Your Enemy Vol. II

album art by Bryan Barrios
album art by Bryan Barrios

Punks auf den Philippinen haben sich zusammengeschlossen, um ihren Unmut und Widerstand gegen das Anti-Terror-Gesetz zu bekunden. Am 17. Juli 2020 wurde „Know Your Enemy Vol. II“ veröffentlicht und ist der Versuch der Punk-Community, Widerstand gegen den „Republic Act No. 11479“1, auch bekannt als Anti-Terrorism Act von 2020, zu demonstrieren.

Der Sampler ist ein politisches Statement von über 100 Bands und Künstler*innen aus verschiedenen Teilen des Landes und des Auslandes. Mit dem Erlass des genannten Gesetzes sollen Kritiker*innen und Andersdenkende der Duterte-Regierung eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden.

Hintergrund:

Präsident Rodrigo Roa Duterte unterzeichnete die RA 11479, trotz massiven Widerstands aus den verschiedensten politischen wie gesellschaftlichen Lagern.
„Es ist für die Menschen nicht unbemerkt geblieben, dass der hintergründige Zweck dieses Gesetzes darin besteht, wachsende Meinungsverschiedenheiten und Kritik gegenüber der gegenwärtigen Regierung zu unterdrücken. Duterte und seine Schergen haben dieses Gesetz auf betrügerische Art und Weise erlassen, da sie sich bewusst sind, dass die Unzufriedenheit der Menschen aufgrund ihrer kriminellen Vernachlässigung und Inkompetenz in Bezug auf die Reaktion auf die COVID-19-Pandemie weiter zunimmt“, so die lokale Punk-Gruppe Dirty Shoes Collective2, einer der Initiatoren der Zusammenstellung.
Punks auf den Philippinen und in den USA haben das Anti-Terror-Gesetz bereits vor dessen Inkrafttreten kritisiert. Sie nutzen Plattformen in sozialen Medien und beteiligen sich an Protestaktionen. Sie haben sich aktiv gegen das neu erlassene Gesetz ausgesprochen. „Wir alle kennen die Auswirkungen dieses Gesetzes auf die Punkszene und andere verwandte Kreise – Zensur von Liedern, Zines, visueller Kunst und anderen Ausdrucksformen, Regulierung oder noch viel schlimmer, Unterdrückung unserer Shows, Versammlungen und Essen – Aktivitäten zum Teilen oder Aufbau von Communities. Es ist sogar möglich, dass eine*r von uns aufgrund der vagen und expansiven ‚Definition eines terroristischen Aktes‘ inhaftiert wird. Dieses Gesetz versucht, unsere Meinungsfreiheit zu unterdrücken, eine Grundlage für Punk als (Sub)Kultur. “

Das Online-Zusammenstellungsalbum kann gegen dem „pay what you want“-Prinzip heruntergeladen werden. Gemäß der Beschreibung des Albums sollen 100% des Umsatzes dazu verwendet werden, Punks, Künstler*innen oder Einzelpersonen, die im Rahmen der RA 11479 des Terrorismus beschuldigt werden, in ihren Rechtsstreitigkeiten zu unterstützen.
Die Organisator*innen des Samplers ermutigen auch andere Punks und Künstler*innen, sich zu dem zu bekennen, was sie „den ständigen Kampf gegen Tyrannei, Faschismus und staatliche Vernachlässigung“ nennen.
„Kritik und Dissens sind kein Terrorismus. Ungerechtigkeit zu bekämpfen und für einen sozialen Wandel zu kämpfen, ist kein Terrorismus. Wir als Punks und Künstler*in sind keine Terrorist*innen. Wir werden uns nicht dem Faschismus beugen. Um unsere Interessen zu fördern, wird jede*r ermutigt, verschiedene Formen von Offline-Aktivitäten durchzuführen, um für unsere Rechte und unsere Freiheit zu kämpfen“, bekundet die Gruppe.


Fußnoten:


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