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Sea-Watch 4 nach über 50 Tagen immer noch blockiert

Am 6. November 2017 verschuldet die sogenannte libysche Küstenwache durch ihr gewaltsames Vorgehen gegen ein Boot in Seenot den Tod von mindestens 20 Menschen. Die Sea-Watch 3 ist damals vor Ort und versucht die chaotische Situation, in der schon dutzende Menschen im Wasser sind, zu beruhigen.

Die Crew verließ die erschütternde Szene mit 59 Überlebenden und dem Leichnam eines zweijährigen Jungen an Bord. Drei Jahre später bleibt immer noch Trauer und Wut. Gewalt gegen Überlebende, illegale Pushbacks an europäischen Grenzen und das systematische Ertrinkenlassen von Menschen im zentralen Mittelmeer finden kein Ende. Johannes, damals Einsatzleiter auf der Sea-Watch 3, erinnert sich an das Geschehene:

Derzeit sind fast alle zivilen Rettungsschiffe blockiert oder werden von den Behörden an ihrer Arbeit gehindert, obwohl wieder einmal tödliche Wochen hinter uns liegen. Seit über 50 Tagen liegt die Sea-Watch 4 rettungsbereit im Hafen und könnte einen Unterschied machen. Alleine in dieser Zeit weiß die Crew von über 160 Menschen, die ihr Leben im zentralen Mittelmeer verloren haben. Mit der Open Arms konnte wenigstens ein Rettungsschiff auslaufen und gestern bereits 80 Menschen aus Seenot retten konnte. Auch in einem zweiten Einsatz konnte die Crew der Open Arms heute weitere Menschen vor dem Ertrinken bewahren, musste leider aber auch 5 Leichen bergen. Gleichzeitig sind laut Ärzte ohne Grenzen jedoch auch gestern wieder mindestens 13 Menschen im zentralen Mittelmeer ertrunken. Und während Frontex nachweislich in illegale Pushbacks an der europäischen Grenze verwickelt ist, starben vor den kanarischen Inseln laut der internationalen Organisation für Migration (IOM) Ende Oktober mindestens 140 Menschen bei einem Bootsunglück. Diese gnadenlose Politik der Abschottung ist tödlich und muss endlich ein Ende haben!

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