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PLOP #99/100

PLOP #99/100
108 DIN-A-5-Seiten; €7,00.-  
https://www.plop-fanzine.de/
Das dienstälteste Comic-Zine Deutschlands wurde im Frühjahr 40 Jahre alt: Die pralle Jubiläumsdoppelausgabe #99 & #100 hat zudem mit Heike Annacker als PLOP-Erfinderin erneut eine Ober-Plopperin, die zusammen mit Andreas Alt, Benedikt Franke und Peter Schaaf das Redaktions-Team bildet. Es gibt Comics und redaktionelle Beiträge mit Rückblicken und Interviews mit dem Redaktions-Team sowie mit Walter Moers, der in den frühen PLOP-Zines künstlerisch aktiv war und hier einige seiner Werke beisteuert.

Wehmut keimt auf, wenn an ehemalige PLOP-Künstler erinnert wird, die verstorben sind. Es gibt viele Grußzeichnungen und Andreas alt zieht Bilanz mit der PLOP-Chronik. Die Textbeiträge lockern die qualitativ schwankenden Comic-Strips und Comics auf, sind sogar ein wichtiger Teil des Fanzines, die mit kleinen Zeichnungen aufgeploppt werden und mehr als nur Randnotizen sind. Die Interviews sagen viel über die jeweiligen Künstler*innen aus. JO84 skizziert Andreas Alts Biographie mit Bezüge zum Comic allgemein und zur PLOP-Herausgeber-Zeit im Speziellen. Das Interview ist toll layoutiert und bebildert. In die gleiche Kerbe schlägt Peter Schaafs Interview mit Bernhard Bollen, dem letzten Schwach hingegen ist das Interview mit Walter Moers, was an seiner Kurzsilbig liegt. Dafür sind wiederum alte Fotos interessant, aus einer Zeit, wo es persönliche Treffen gab wie die PLOP-Party 1993 in Düsseldorf, die einen familiären Rahmen boten, gegenüber den Treffen auf die damaligen Comic-Messen.
Neben Nostalgie und Wehmut gibt es auch Besonderheiten: Mitherausgeber Peter Schaaf hat Anfang der 80er Jahre seine ersten Comics veröffentlicht und für diese Ausgabe die Fortsetzung seines damaligen Beitrags DARNAK gewählt, der nach 1985 nicht angeschlossen wurde und nun fortgeführt werden soll.

Gesamteindruck:

Comics und redaktionelle Beiträge als Mixtur haben mir schon während Andreas Alts Herausgeber-Ära gut gefallen, die damals auch ein Rezensions-Teil beinhaltete. Mir gefallen mehrseitige Comics am besten, wenn sie eine spannende, witzige Story haben und Tiefgang besitzen. Als Jubiläumsausgabe hält diese Doppelausgabe aber ein paar gute Ansätze (Rückblicke, Interviews) parat, die unbedingt beibehalten werden sollten. Ansonsten frage ich mich, wo sind die Beiträge all der bekannten Künstler wie Max Jähling, Frans Stummer, Mawil, Flix, geblieben? By the way, stöbert mal auf der Homepage. Hier findet ihr alte und ganz frühe Ausgaben als pdf-Download und viele weiteren Infos und Zeichnungen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Andreas Alt (Dienstag, 14 September 2021 20:19)

    Ja, also die Comics haben Dir großenteils wohl nicht so gefallen. Aber PLOP hat sich immer dadurch ausgezeichnet, daß eben nicht nur Sachen von Stars wie Mawil, Flix oder Stummer drin waren (die glaube ich nie etwas zu PLOP beigetragen haben), sondern auch Comics von nicht so guten Leuten. Man muß denen nämlich auch eine Chance geben, damit sie dranbleiben und allmählich besser werden können. Viele geben früh auf (oder jedenfalls war es zu meiner Zeit so), weil sie unnötig entmutigt wurden.

  • #2

    Benedikt Franke (Samstag, 18 September 2021 20:43)

    Danke für die Rezi!

    Über den Satz mit "all den bekannten Künstlern" hab ich mich auch etwas gewundert. Nicht nur wegen der angeführten Namen (sh. vorigen Kommentar), sondern auch, weil doch eigentlich ziemlich viele Künstler in der Ausgabe versammelt sind, die für Plop-Leser und darüber hinaus recht bekannt sind.

    Für die nächste Ausgabe kann ich zumindest schon mal versprechen, dass die "guten Ansätze" (redaktionelle Beiträge) natürlich beibehalten werden sollen. :)

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