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Black Cat Zine III

Black Cat Zine III
Black Cat Zine III

Black Cat Zine III
144 A-5-Seiten, farbig; €9,50.-
black.cat.tapes@riseup.net
    Tini und Tobi haben mit der dritten – und nach eigenen Angaben vielleicht letzten Ausgabe – eigene Beiträge verfasst, im Großteil Personen direkt angeschrieben und Künstler*innen und Bands den dafür notwendigen Platz eingeräumt, sich und ihre Projekte, Bücher vorzustellen. Nach einer BLACK CAT TAPES-Story und der damit verknüpften intensiven Arbeit, erkennen beide, dass es „immer noch das schönste Hobby von Welt“ ist.

 Vanessa von RESISTENZ ‘32 hat ein Kind bekommen. Die Band reflektiert, ob „Punk und Kinder“ noch Punkrock ist und die Kolumne möchte klären, inwieweit das den musikalischen Prozess beeinträchtigt. Hier wäre es ratsamer gewesen, Vanessa hätte gleich ihre Perspektive geschildert. Uli und Schrammel skizzieren die großartige Arbeit, die sie unter dem Label „Heldenstadt Anders“ leisten. Der vom Ansatz gut gemeinte Artikel „Bietet Rap Veränderungspotential? Rap als Sammelstelle für Kriminalität, Konsum und Diskriminierung“ ist leider nicht zu Ende gedacht/ausformuliert.
So werden einige Songzitate eingesprenkelt, aber keine tiefgreifenden Hintergrundinfos zum Thema geliefert. Wie sind heute die Verhältnisse? Wie kann Zeckenrap als eigenständiges Genre mitwirken, die hier kritisierende Probleme zu lösen? Auch gute Beispiele wie das „Rapfugees“-Kollektiv böte im Sinne der rhetorischen Einstiegsfrage gelungenes Veränderungspotential.
Auf der anderen Seite bekommt Musiker und Autor Henryk Gericke genügend Platz für seine beiden herausragenden Artikel „In Grenzen Frei – Modesubkultur in Ostberlin“ und „Die andere Seite – Darkwave unterm Ostkreuz“ eingeräumt. Beide Artikel sind sehr gut geschrieben und informativ. Jana und Mita von NAMENLOS haben sich Zeit genommen, um über Punk in der DDR bzw. wie sie zu Punk in Kontakt gekommen sind, zu erzählen, aber auch darüber, ob Sexismus und übergriffige Männer Thema waren. Mita stellt fest, dass sie immer „Solidarität und Freundschaft empfunden haben“. Die beiden Interviews mit Ronja zum „Punk as F*ck Buch“ und Fini von Black Square sind überzeugend gut. Der Bericht über „Eimer, Holz und Schrauben – Aus dem Alltag der Rockmusikgruppe Zirkus Zirkus“ ist sehr unterhaltsam und Jan von KRANK fühlt sich zu alt für Punk und Mitgestaltung der Community. Der in der Umsetzung gelungene Comic von ChukkFuck greift das Thema „Food Waste“ und Containern auf.

Gesamteindruck:

Die dritte Ausgabe bietet erneut ein buntes Allerlei mit Aspekten zu Punk und Subversion, Erinnerungspolitik, Kunst und Feminismus. Andrew hat mit dem Layout hervorragende Arbeit geleistet. Das „Zine“ ist wieder mal ein schmuckes Buch mit sehr unterschiedlichen Beiträgen, die aufgrund der vielen Gastschreiber*innen und Autor*innen mal verkürzte Gedankenspiele offenbaren, selbstkritisch sind oder das eigene Schaffen analysieren und vorstellen. Ein Werk, das auch über mehrere Lese-Sitzungen hinweg, aufgrund der Themenvielfalt,  Denkanregungen, Reflexionen und Hintergrundinfos zu Punk und Subkultur, Lust am Lesen macht, aber auch eine Debatte über Sexismus und Feminismus aufgreift.

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