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AIB #150

AIB #150
AIB #150

AIB #150
76 DIN-A-4 Seiten; € 3,50.-
AIB, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin
https://www.antifainfoblatt.de/
    Antifaschismus ist längst keine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit mehr. Vielmehr geraten antifaschistische Initiativen zunehmend unter Druck: Engagement wird sanktioniert, kriminalisiert und nicht selten sogar in die Nähe von „Terrorismus“ gerückt. Gleichzeitig erstarkt international eine extrem rechte Bewegung, die sich strategisch vernetzt, ideologisch abstimmt und ihren Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Medien systematisch ausbaut.

Der Schwerpunkt widmet sich dieser „rechten Internationale“ mit besonderer Schärfe und analytischer Präzision. Drei Beiträge der Forschungsgruppe REGA („Research Against Global Authoritarianism“) zeichnen nach, wie autoritäre und extrem rechte Akteure weltweit zusammenarbeiten. Besonders eindrücklich wird dies am „Political Network for Values“ (PNfV), einem globalen Bündnis religiös-konservativer und rechter Politiker:innen sowie hochrangiger Regierungsvertreter:innen aus den USA, Lateinamerika, Europa und Afrika. Das Netzwerk steht exemplarisch für die transnationale Organisierung der extremen Rechten, die längst nicht mehr nur national agiert, sondern global strategisch denkt.
Auch Donald Trump erscheint in diesem Zusammenhang nicht bloß als US-Phänomen, sondern als Symbolfigur eines neuen autoritären Politikstils: religiös aufgeladen, populistisch inszeniert und getragen von evangelikalen Bewegungen ebenso wie von milliardenschweren Tech-Eliten. Das Heft zeigt überzeugend, wie sich religiöse Ideologie, ökonomische Macht und digitale Einflussstrukturen miteinander verbinden und dadurch eine enorme politische Durchschlagskraft entfalten.
Die aktuelle Themenschwerpunktausgabe überzeugt dabei nicht nur durch die Aktualität seiner Themen, sondern auch durch seine klare Haltung und gründliche Recherche. Die Beiträge verbinden politische Analyse mit antifaschistischer Perspektive, ohne in bloße Schlagworte zu verfallen. Gerade in Zeiten, in denen rechte Netzwerke immer professioneller und internationaler agieren, liefert das Heft wichtige Hintergründe und notwendige Orientierung.

Gesamteindruck:

„An dem Punkt, dass sich das AIB selber überflüssig gemacht hätte, sind wir noch lange nicht.“ Dieser Satz bringt die bedrückende Aktualität des Heftes auf den Punkt. AIB #150 ist eine eindringliche, kluge und notwendige Ausgabe, die zeigt, warum antifaschistische Aufklärung heute wichtiger ist denn je.

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