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Tote und sterbende Hunde in „Hundefabrik“ für Tierversuchslabore

2021-Hundezuchtanlage-06-c-PETA-USA
2021-Hundezuchtanlage-06-c-PETA-USA

Eine neue Recherche von PETA USA konnte zahlreiche schwere Missstände in einer „Hundefabrik“ dokumentieren: Während der Recherche befand sich die Zuchtanlage im Besitz von Envigo, einem internationalen Unternehmen, das massenhaft Tiere für Tierversuche züchtet. Das in Deutschland weitestgehend unbekannte Unternehmen kaufte beispielsweise Teile von Covance auf. Covance ist ein Auftragslabor, das in der Vergangenheit bereits für zahlreiche Skandale gesorgt hat. Es betreibt in Deutschland eines der größten Tierversuchslabore Europas.


Mitarbeitende ohne tierärztliche Qualifikation stachen Hundekindern Nadeln in die Köpfe und injizierten den Hunden Euthanasie-Medikamente ohne Betäubung direkt ins Herz. Sie gaben stillenden Hündinnen bis zu zwei Tage lang nichts zu essen, spritzten Vierbeiner mit Hochdruckschläuchen ab, sodass diese völlig durchnässt waren, und ließen die Tiere noch auf andere Weisen leiden. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat kürzlich eine mehrtägige Inspektion abgeschlossen und eine Untersuchung gegen die Einrichtung eingeleitet. Hintergrund der Untersuchung war eine Videoaufnahme von PETA USA. Auf dieser zu hören ist, wie eine leitende Mitarbeiterin des Zuchtbetriebs die Bedenken der USDA-Inspektoren als „ein verdammtes Spiel“ bezeichnete, „das man spielen muss, um ... sie zufriedenzustellen. Die können dir sonst echt Probleme machen“.

Seit September 2020 haben die National Institutes of Health (NIH) drei Verträge über den Kauf lebender Hunde an Envigo vergeben. Das NIH steht ohnehin bereits wegen grausamer Experimente an Hunden in der Kritik.
Das Zuchtunternehmen hält etwa 5000 Beagles in kargen Zwingern und engen Käfigen in fußballfeldgroßen Hallen. Es lässt die Muttertiere bis zu sieben Jahre lang zweimal im Jahr schwängern und produziert so jeden Monat etwa 500 Welpen, die zu Versuchszwecken verkauft werden. Hier sind einige der Ergebnisse der Ermittelnden:

  • Eine Führungskraft und ein Teammitglied haben stillenden Hundemüttern tagelang Nahrung vorenthalten, und zwar auch noch, nachdem die USDA angeordnet hatte, dies zu unterlassen. Die Belegschaft wurde danach angewiesen, bei Nachfragen zu lügen.
  • Beschäftigte ohne tierärztliche Zulassung stachen Hundekindern ohne Betäubung Nadeln in die Köpfe, offenbar um Hämatome zu punktieren. Sie schnitten den Tierkindern außerdem mit einer Schere hervorstehendes Gewebe aus den Augen und nahmen noch weitere medizinische Eingriffe vor.
  • Ein PETA-USA-Ermittler fand im Laufe der Untersuchung mehr als 360 tote Welpen. Einige waren von ihren Müttern in den engen Käfigen erdrückt worden; andere starben an Lungenentzündung oder Hepatitis; wieder andere wurden zusammen mit ihren noch lebenden Geschwistern zum Verrotten zurückgelassen.
  • Die Angestellten ließen die Hunde für gewöhnlich in ihren Käfigen, während sie sie mit Hochdruckschläuchen besprühten, sodass die durchnässten Hundekinder auf den harten Plastikböden zitterten und ihr Essen schimmelte und von Maden befallen wurde. Die Hundekinder fielen auch durch Löcher in den Käfigen und landeten in der Abflussrinne, wo sie von Wasser, Kot und anderem Schmutz durchtränkt wurden.

Laut veröffentlichten Dokumenten wurden seit 2016 an Hunden aus dem Massenzuchtbetrieb Experimente durchgeführt, unter anderem von der U.S. Food and Drug Administration, der Temple University, der Medical University of South Carolina, der University of Missouri sowie von Level Biotechnology in Taiwan.
Experimente an Beagles aus solchen „Hundefabriken“ und an allen anderen Tieren sind grausam und ethisch nicht vertretbar. Es braucht einen besseren Weg: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der internationalen PETA-Organisationen haben einen solchen gefunden.

Der Research Modernisation Deal skizziert eine Strategie, um die Forschung zu modernisieren – dafür ist es zwingend notwendig, Tierversuche zu beenden und Steuergelder stattdessen in tierfreie Methoden zu investieren, die für den Menschen relevante Ergebnisse hervorbringen.