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Deutsche Stierkämpferin Kreutter: Trotz bestätigter Tierquälerei und Strafbarkeit kein Verfahren wegen „Tatortstaat“ Spanien

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Beispiel: Der/Die Matador*in benutzt ein rotes Tuch, um den Stier zu reizen und einen Degen, mit dem er/sie das Tier verletzt.

Als erste deutsche Stierkämpferin tötete Clara Sofie Kreutter am 16. August 2021 in einer Arena im spanischen Ledaña zwei Stiere. Ihr misslang der Lanzenstoß bei einem Bullen zunächst, sodass er den schmerzhaften Stichverletzungen besonders langsam erlag. PETA erstattete daraufhin Strafanzeige gegen die Bad Berleburgerin. Die Staatsanwaltschaft Siegen teilte nun mit, dass das Töten der Stiere sowie das von Kreutter zugefügte erhebliche Leid nach deutschen Recht strafbar sind (Az. 41 Js 797/21).

Dies soll jedoch folgenlos für sie bleiben – für die Staatsanwaltschaft sei das „Recht des Tatortstaates“ Spanien maßgeblich. Dort sind Stierkämpfe von Tiermisshandlungsverboten ausgenommen. Wäre die Tierquälerei in Deutschland begangen worden, hätte Kreutter strafrechtliche Sanktionen zu erwarten. Gegen die Entscheidung wird die Tierrechtsorganisation Beschwerde bei der Oberstaatsanwaltschaft einlegen.

„Die Staatsanwaltschaft Siegen hat in ihrer Stellungnahme keine Zweifel offen gelassen, dass Kreutter eine Tierquälerin ist. Nach unserer Auffassung ist sie aber auch strafrechtlich von der deutschen Justiz zu belangen. Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass eine solche Tierquälerei auch in Spanien grundsätzlich verboten ist und es nur aus kulturellen Gründen eine Ausnahme für den Stierkampf gibt. Auf die Ausübung einer vermeintlichen ‚Tradition‘ in Spanien kann sich eine Bundesbürgerin aber keinesfalls beziehen – daher ist zumindest EU-Recht anzuwenden, wonach grausame Tiertötungen untersagt sind“, so Dr. Edmund Haferbeck, Senior-Mitarbeiter im Bereich Special Projects bei PETA.

Rituelle Tierqual stößt auf immer breitere Ablehnung

2018-06-05-Pamplona-Protest-Edited-National-2-c-PETA-UK
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In Spanien und anderen Ländern betrachten viele Menschen Stierkämpfe als Tradition; gleichzeitig lehnen die meisten Einheimischen in Spanien das rituelle Töten in der Arena Umfragen zufolge ab. 1Beim berittenen Stierkampf stacheln sogenannte Toreros den Stier vom Pferd aus immer wieder an, rammen Lanzen in seinen Körper und schwächen ihn systematisch. Während der Veranstaltung in Ledaña tötete Kreutter zwei Stiere. Mit den abgeschnittenen Ohren in den Händen von einem der Opfer posierte sie lächelnd für die Kameras. PETA weist darauf hin, dass der berittene Stierkampf auch für die Pferde eine Qual ist: Im Gegensatz zum üblichen Stierkampf sind die Fluchttiere dabei nicht geschützt, um im Kampf wendiger zu sein. Zudem werden sie – umringt von lärmendem Publikum – oft gezwungen, während der Show unnatürliche Dressureinlagen vorzuführen. Die Tierrechtsorganisation mahnt, dass die Verharmlosung der Gewalt gegen wehrlose Tiere bei Zuschauenden zu emotionaler Abstumpfung führen kann. Infolgedessen könne auch die Hemmschwelle im Hinblick auf Gewaltbereitschaft, Aggressionen und Tierquälerei sinken.

Fußnote:

1. Ipsos Mori for Animal Welfare (2016): Bullfighting in Spain. Online abrufbar unter: https://www.ipsos.com/ipsos-mori/en-uk/bullfighting-spain. (21.04.2022).

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